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St.-Amandus-Kirche

St.-Amandus-Kirche
St.-Amandus-Kirche

Anschrift
Kirchstr. 25
45711 Datteln

Gottesdienste
Hier: Zu den Gottesdienstzeiten

Öffnungszeiten
Die St.-Amandus-Kirche ist tagsüber geöffnet.

Die St.-Amandus-Kirche heute

St.-Amandus-Kirche nach der Renovierung 2012
St.-Amandus-Kirche nach der Renovierung 2012

Ihre heutige äußere Gestalt erhielt die St.-Amandus-Kirche im Zuge des Wiederaufbaus nach 1948/1949. Lediglich der Alte Turm im Nord-Westen der Kirche aus dem Jahr 1250 und der Neue Turm im Süd-Osten der Kirche aus dem Jahr 1913 blieben von den Bombenangriffen verschont und zeugen von der wechselhaften (Bau-)Geschichte unserer Pfarrkirche.

Eine grundlegende Umgestaltung des Innenraums erfolgte 1983/1984. Bei diesem Umbau wurden u.a. die heutige Altarinsel in der Vierung und der dahinterliegende Chorraum geschaffen. 1988 konnte eine neue Orgel geweiht werden. Im Jahr 2012 erfolgte eine Innenraumsanierung.

Die St.-Amandus-Kirche war die Pfarrkirche der ursprünglichen Pfarrei St. Amandus und ist seit der Zusammenlegung der drei Pfarreien St. Amandus Datteln, St. Josef (Hagem) und St. Marien (Ahsen) die Pfarrkirche der neu errichteten Kirchengemeinde St. Amandus Datteln.

Ausgewählte Ausstattungsgegenstände in der St.-Amandus-Kirche

Amanduskreuz

Amanduskreuz
Amanduskreuz

Das Amanduskreuz hinter dem Altar ist der älteste Kunstgegenstand unserer Pfarrkirche und zugleich von großer religiöser Bedeutung. Das Amanduskreuz stellt Christus mit einer Tunika als Auferstandenen dar. Der romanische Korpus wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Das Kreuz ist jüngeren Ursprungs. Im Korpus sind der Überlieferung nach Reliquien des Hl. Amandus enthalten. Der Korpus wurde zeitweise fehlerhaft für eine Darstellung des Hl. Bischofs Amandus gehalten (so auch noch – zweifelnd – Jansen, S. 45, s.u.).

Die Verehrung des Hl. Amandus spiegelt sich in einer Vielzahl von Votivgaben, die heute in der Sakramentsnische verwahrt werden, und im Brauch der Amanduskerzen wieder.

Seit dem Jahr 1751 wird an den Freitagen der Fastenzeit von den verschiedenen Gemeindegebieten je eine große Wachskerze dem Hl. Amandus geopfert.

Sakramentshaus und Sakramentsnische

Sakramentshaus und Sakramentsnische
Sakramentshaus und Sakramentsnische

Das Sakramentshaus in der heutigen Taufkapelle wurde um 1520 von der Münsteraner Werkstatt des Bernd Bunickmann angefertigt. Die ursprüngliche farbige Gestaltung wurde an einigen Stellen im Rahmen der letzten Restaurierung freigelegt. Neben dem Sakramentshaus liegt die Sakramentsnische, die vor Errichtung des Sakramentshauses der Aufbewahrung des Allerheiligsten diente und nur wenige Jahrzehnte älter ist.

Die weiteren Ausstattungsgegenstände wurden zumeist nicht ursprünglich für die St.-Amandus-Kirche angefertigt, sondern sind im Laufe der Jahrhunderte aus anderen Kirchen und Klöstern in unsere Pfarrkirche gelangt. Sie werden im Kirchenführer von Ursula Ninfa (s.u.) näher beschrieben.

Die Baugeschichte der St.-Amandus-Kirche

Westturm (Alter Turm)
Westturm (Alter Turm)

Bereits in der ersten schriftlichen Erwähnung Datteln aus dem Jahr 1147 ist die Rede von einer Kirche in Datteln („in Datlen ecclesiam“). Papst Eugen III. bestätigt in dieser Urkunde vom 17. Juni 1147, dass zahlreiche Besitzungen u.a. die Kirche in Datteln, der Abtei St. Heribert in Deutz (heute Köln-Deutz) gehören. Vermutlich bestand bereits zuvor, seit dem 9. Jahrhundert, eine Eigenkirche auf dem damaligen Königshof Hofstedde.

Über den ersten Kirchenbau ist nichts bekannt. Nimmt man an, dass die St.-Amandus-Kirche den in der Region üblichen Kirchbauten entsprach, so wird sie aus Holz oder Holz und Lehm errichtet worden sein.

Der Westturm (sog. Alter Turm) der heutigen Kirche ist das älteste erhaltene Bauteil und ist im romanischen Stil erbaut. Er wurde um 1250 fertiggestellt und hatte zunächst – wie heute wieder – ein eher flaches Zeltdach. Der Alte Turm war Teil einer im gleichen Baustil errichteten ersten steinernen Dorfkirche.

St.-Amandus-Kirche vor der Erweiterung 1911-1913
St.-Amandus-Kirche vor der Erweiterung 1911-1913

Zahlreiche Schenkungen ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts lassen darauf schließen, dass in dieser Zeit mit der Planung eines neuen Kirchenbaus begonnen wurde. Mit dem Bau der gotischen Hallenkirche konnte aber wohl erst gegen Ende des Jahrhunderts begonnen werden. Die Ausmaße entsprachen in etwa dem heutigen Querschiff. Der Kirchenraum war asymmetrisch und bestand aus einem Hauptschiff und einen nördlichen Nebenschiff. Das Hauptschiff entsprach dem heutigen Querschiff; das Nebenschiff befand sich dort, wo sich heute der Chorraum hinter dem Altar und die Sakristei befinden. Der Hochaltar befand sich im östlich angeordneten Chorschluss, wo sich heute Tabernakel und Taufbecken befinden. Der romanische Turm des vorherigen Kirchenbaus wurde beibehalten. Hier befand sich weiterhin der Eingang zur Kirche. Er erhielt jedoch eine steile Turmspitze, wie sie bis zur Zerstörung 1945 bestand und noch vielen älteren Dattelnern in Erinnerung ist. Fertiggestellt wurde die neue St.-Amandus-Kirche wahrscheinlich in den 1520er Jahren.

1753/1754 und erneut zwischen 1859 und 1865 werden Restaurierungs- und Verschönerungsmaßnahmen vorgenommen.

St.-Amandus-Kirche nach der Erweiterung 1911-1913
St.-Amandus-Kirche nach der Erweiterung 1911-1913

In den Jahren 1911-1913 wurde die St.-Amandus-Kirche erweitert und erhielt in etwa ihren heutigen Grundriss: Die bestehende Kirche wurde im neugotischen Stil um ein nach Süden errichtetes Querhaus erweitert. Das neu errichtete Querhaus wurde das neue Hauptschiff und erhielt zwei Nebenschiffe. Das alte Kirchenschiff wurde zum Querschiff. Der Altar befand sich am südlichen Ende des neuen Hauptschiffs, das in einer Apsis schloss. Dort befindet sich heute der Haupteingang. An der südöstlichen Ecke des neuen Kirchenbaus wurde der Südturm (sog. Neuer Turm) errichtet, wie er bis heute erhalten ist. Der Eingang zur Kirche befand sich gegenüber dem Hochaltar zur Heibeckstraße hin, dort wo sich heute der Chorraum hinter dem Altar befindet. Die Konsekration der neuen St.-Amandus-Kirche erfolgte durch Bischof Johannes Poggenburg am 30. April 1914.

Zerstörte St.-Amandus-Kirche 1945
Zerstörte St.-Amandus-Kirche 1945

Am 9. März 1945 wurde die St.-Amandus-Kirche bei einem Bombenangriff zum großen Teil zerstört. Der Neue Turm und der romanische Unterbau des Alten Turms, der älteste Teil der Kirche, blieben verschont. Von der übrigen Kirche blieben lediglich ein Teil der Außenmauern und Säulen erhalten.

Grundriss Wiederaufbau St.-Amandus-Kirche 1948/1949
Grundriss Wiederaufbau St.-Amandus-Kirche 1948/1949

Zu Beginn des Wiederaufbaus der St.-Amandus-Kirche wurde in einem Gottesdienst am 24. Oktober 1948 ein Gedächtnisstein zum Wiederaufbau der Kirche gesetzt. Der Wiederaufbau nahm weitgehend den Grundriss der Kirche vor ihrer Zerstörung auf, den sie in den Jahren 1911-1913 erhalten hatte. Eine wesentliche Änderung war die Verlegung des Hochaltares an die Nordwand, wo zuvor der Haupteingang war. Der neue Haupteingang wurde an die Südseite neben den Neuen Turm verlegt, so wie er sich noch heute wiederfindet. Der Altar wurde auf einem Plateau errichtet, dort, wo sich heute der Chorraum hinter dem Altar befindet. Zum Abschluss des Wiederaufbaus nahm Weihbischof Heinrich Roleff am 4. Dezember 1949 die Altarweihe vor.

Der romanische Alte Turm wurde im Jahr 1958 renoviert und erhielt das bis heute vorhandene Bronzeportal.

In den Jahren 1980/1981 wurden das Dach der Kirche und der Turm saniert. Außerdem wurde der Kirchplatz neu gestaltet.

St.-Amandus-Kirche nach der Renovierung 1984
St.-Amandus-Kirche nach der Renovierung 1984

Im Rahmen einer Renovierung in den Jahren 1983/1984 erhielt die St.-Amandus-Kirche eine neue Innenraumgestaltung, wie sie weitgehend heute noch besteht. Im Zuge der Renovierung wurde u.a. die heutige Altarinsel geschaffen und die Seitenaltäre und die Kanzel entfernt. Die Kassettendecke erhielt einen farbigen Anstrich und die Arkadenbögen wurden durch farbige Ornamente ausgestaltet. Der bisherige Behelfsaltar vor dem Hochaltar – ein Besprechungstisch aus dem Krankenhaus – wurde durch einen neuen Sandsteinaltar ersetzt. Ebenso wurden das Ambo und die Sedilien im Zuge der Innenraumgestaltung erneuert. Am 22. September 1984 nahm Bischof Dr. Reinhard Lettmann die Altarweihe vor.

Am 6. März 1988 fand die Weihe der neuen Orgel aus der Werkstatt Klais (Bonn) in der St.-Amandus-Kirche statt.

Im Jahr 2009 wurden Teile der Außenfassade saniert und der Neue Turm saniert und die Balustrade gesichert.

Im Sommer 2012 erfolgte eine Renovierung des Innenraums der St.-Amandus-Kirche.

Weiterführende Informationen

  • Ursula Ninfa, St. Amandus in Datteln, Westfälische Kunststätten Heft 62, Münster 1992
  • Hermann Grochtmann, Die Geschichte des Kirchspiels Datteln, Datteln 1951
  • Anton Jansen, Die Gemeinde Datteln, Datteln 1881
  • Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit im Pfarrgemeinderat St. Amandus, Datteln (Hrsg.), St. Amandus Datteln, Festschrift zur Altarweihe am 22. September 1984
  • Ursula Ninfa, Eine Dorfkirche im Jahr 1147, in: Datteln, 1147-1997, Beiträge zur Geschichte, Datteln 1997, S. 31-33
  • Norbert Schmitz, Die katholische Kirche und ihre Gemeinden, in: 50 Jahre Stadt Datteln 1936-1986, S. 272-281
  • Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V., Fotos und Informationen zu den Fenstern der St.-Amandus-Kirche, http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b1199/b1199.shtml

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