St.-Josef-Kirche

St.-Josef-Kirche
St.-Josef-Kirche

Anschrift
Castroper Str. 94
(Kreuzung Hagemer Kirchweg)
45711 Datteln

Gottesdienste
Hier: Zu den Gottesdienstzeiten

Öffnungszeiten
Die Marienkapelle ist tagsüber über den Eingang vom Hagemer Kirchweg aus zugänglich. Der übrige Gottesdienstraum der St.-Josef-Kirche ist nur zu Gottesdiensten geöffnet.

Die St.-Josef-Kirche heute

St.-Josef-Kirche im Jahr 2015
St.-Josef-Kirche im Jahr 2015

Die St.-Josef-Kirche an der Kreuzung Castroper Straße/Hagemer Kirchweg ist eine Filialkirche der Katholischen Kirchengemeinde St. Amandus Datteln.

Ihre äußere Gestalt entspricht – nach kriegsbedingter Beschädigung und Wiederaufbau – im Wesentlichen der Erweiterung aus den Jahren 1965-1967, bei der der Ursprungsbau aus dem Jahr 1912-1914, in Richtung Castroper Straße erweitert und mit einem Turm versehen wurde und der Altar in die Vierung verlegt wurde. 1995 wurde eine neue Orgel eingeweiht und im Jahr 2008 erfolgte eine umfangreiche Innensanierung.

Die Baugeschichte der St.-Josef-Kirche

Ursprünglicher Kirchenbau der St.-Josef-Kirche, Südansicht (Bauzeichnung von 1912)
Ursprünglicher Kirchenbau der St.-Josef-Kirche, Südansicht (Bauzeichnung von 1912)

Im Jahr 1910 beschloss der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Amandus, sobald wie möglich, vor allem für die Bevölkerung im Beisenkamp, eine Kirche in Hagem zu errichten. Da sich das Genehmigungsverfahren lange verzögerte, konnte mit dem Bau der St.-Josef-Kirche als Rektoratskirche für Hagem und Meckinghoven erst im Jahr 1912 begonnen werden.

Der Bau erfolgte nach Plänen des Architekten Lohmann aus Recklinghausen, der bereits Überlegungen für eine spätere Erweiterung berücksichtigte. Errichtet wurde ein Bauwerk, das im Wesentlichen dem heutigen Baukörper entsprach, allerdings zunächst über ein kürzeres Kirchenschiff und lediglich einen kleinen Glockenturm über der Vierung verfügte.

Am 29. März 1913 erfolgte mit der Altarweihe, die Pfarrer Ferdinand Rottmann im Auftrag des Bischofs vornahm, zunächst die provisorische Einweihung der St.-Josef-Kirche. Die offizielle Weihe der Kirche nahm schließlich Bischof Johannes Poggenburg am 29. April 1914 vor.

St.-Josef-Kirche vor der Erweiterung von 1965-1967
St.-Josef-Kirche vor der Erweiterung

Am 1. Oktober 1922 wurde die St.-Josef-Kirche mit der Errichtung der selbständige Kirchengemeinde St. Josef (Hagem) zur Pfarrkirche erhoben.

In den Jahren 1922/1923 malte der Kirchenmaler Schuto aus Bingen den Innenraum der St.-Josef-Kirche aus. Anfang 1928 erhielt die St.-Josef-Kirche ein elektrisches Läutwerk, sodass das Läuten der Glocken von Hand entfiel.

Im Jahr 1928 wurde festgestellt, dass sich die St.-Josef-Kirche und das Pastorat im Laufe der Zeit durch bergbaubedingte Bodensenkungen um 2,09 Meter abgesenkt hatten, ohne dass es jedoch zu nennenswerten Schäden gekommen war.

Anlässlich des 25-jährigen Dienstjubiläums von Pfarrer Josef Feldmann in der Gemeinde St. Josef (zunächst als Rektor und später als Pfarrer) im Jahr 1929 wurde die St.-Josef-Kirche mit einer neuen Kanzel ausgestattet.

Festhochamt in der St.-Josef-Kirche anlässlich des 50. Weihejubiläums von Pfarrer Josef Feldmann (30. Mai 1954)
Festhochamt in der St.-Josef-Kirche anlässlich des 50. Weihejubiläums von Pfarrer Josef Feldmann (30. Mai 1954)

Am 9. November 1944 wurde die St.-Josef-Kirche bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Das Dach wies mehrere Löcher auf und das Hauptschiff war einsturzgefährdet. Nach einem weiteren Bombenangriff am 11. November 1944 stürzte durch die Erschütterungen schließlich das Mittelschiff ein. Nach Kriegsende deckten Mitarbeiter der Zeche Emscher-Lippe das Dach wieder ein, sodass an den Sonntagen bereits Mitte August 1945 wieder Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche gefeiert werden konnte. An Werktagen fanden die Messen zunächst weiter in der Sakristei statt, da noch sämtliche Fenster ohne Glas waren und die Gemeinde so im Kirchenraum den Witterungseinflüssen ausgesetzt war. Mit der Reparatur der Gewölbe konnte erst 1946 begonnen werden.

Erweiterungsbau der St.-Josef-Kirche, Nordansicht (Bauzeichnung von 1965)
Erweiterungsbau der St.-Josef-Kirche, Nordansicht (Bauzeichnung von 1965)

Durch die Besiedlung des Hagemer Feldes wuchs die Zahl der Pfarreiangehörigen beträchtlich. Daher wurde in den Jahren 1965-1967 die bereits im ursprünglichen Entwurf vorgesehene Erweiterung ausgeführt, nunmehr nach Plänen der Architektin Christa Kleffner-Dirxen aus Münster. Das Kirchenschiff wurde nach der letzten Säule rückwärtig um elf Meter verlängert. Der rückwärtige Giebel erhielt eine kleine Apsis, in der die Taufkapelle errichtet wurde. Heute befindet sich dort die Orgel. An der Spitze des neuen 36 Meter hohen Turms, der einem Förderturm nachempfungen ist,  befindet sich ein sieben Meter hohes und drei Meter breites Kreuz; am Fuße des Turms befindet sich seitdem das Hauptportal.

Weihbischof Baaken bei der Weihe des Erweiterungsbaus der St.-Josef-Kirche
Weihbischof Baaken bei der Weihe des Erweiterungsbaus der St.-Josef-Kirche

Bei dem Umbau wurden bereits die neuen liturgischen Vorschriften des 2. Vatikanischen Konzils berücksichtigt, sodass der neue Hauptaltar in der Vierung angeordnet wurde und der Priester während der Messe zur Gemeinde gewandt am Altar stand. Der alte Chorraum wurde zur Werktagskirche umfunktioniert. Das Taufbecken fand seinen neuen Platz im neuen Eingangsbereich der Kirche, dort wo sich heute die Orgel befindet.

Am 10. September 1967 erfolgte die Weihe des erweiterten Kirchenbaus durch Weihbischof Heinrich Baaken.

Marienkapelle
Marienkapelle

1995 konnte eine neue Orgel der Fa. Orgelbau Sauer (Höxter) eingeweiht werden, die sich seitdem im hinteren Bereich der Kirche befindet. Bis zu diesem Zeitpunkt hing die Vorgängerorgel im nördlichen Bereich des Querschiffs über dem Eingang zur Sakristei an der Wand. Das bis 1995 im Eingangsbereich der Kirche befindliche Taufbecken wurde in diesem Zuge in den Bereich in den nördlichen Bereich des Querschiffs versetzt.

Im Jahr 2005 wurde die St.-Josef-Kirche Pfarrkirche der neu errichteten Kirchengemeinde St. Josef (Hagem), die aus den beiden zuvor selbständigen Kirchengemeinden St. Josef (Hagem) und St. Antonius (Hachhausen) hervorging.

Im Zuge der letzten Innenrenovierung der St.-Josef-Kirche im Jahr 2008 wurde im südlichen Bereich des Querschiffs die Marienkapelle eingerichtet, die bereits in den ursprünglichen Planungen vorgesehen, aber nie zur Ausführung gelangt war. Zudem wurde das Taufbecken an seinen heutigen Standort in der Apsis verlegt. Als Tabernakel dient seit 2008 wieder das Tabernakel aus dem ehemaligen Hochaltar der St.-Josef-Kirche, das über Jahrzehnte in einem Abstellraum zwischengelagert war und das nunmehr im nördlichen Bereich des Querschiffs seinen Standort gefunden hat. Von den Kosten der aufwendigen Restaurierung der beiden Schmucktüren des Tabernakels übernahm für eine Tür die kfd St. Josef die Finanzierung und für die andere Tür die damalige Kirchengemeinde St. Josef (Hagem).

 

Seit der Aufhebung der Kirchengemeinde St. Josef (Hagem) und der Neuerrichtung der Kirchengemeinde St. Amandus im Jahr 2010 ist die St.-Josef-Kirche eine Filialkirche der Kirchengemeinde St. Amandus.

Weiterführende Informationen

  • Reinhold Grau, 90 Jahre St. Josef Kirche Datteln Hagem, 1914-2004, Band I, Datteln 2004 (Hinweis: Der geplante Band II ist nie erschienen.)
  • Hermann Grochtmann, Die Geschichte des Kirchspiels Datteln, Datteln 1951, S. 242 ff.
  • Norbert Schmitz, Die katholische Kirche und ihre Gemeinden, in: 50 Jahre Stadt Datteln 1936-1986, S. 272-281
  • Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V., Fotos und Informationen zu den Fenstern der St.-Josef-Kirche, http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b1195/b1195.shtml

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